Wärmenetze
Von der Machbarkeitsstudie über Trassenplanung und hydraulische Netzberechnung bis zur Heizzentrale: Wir planen Wärmenetze über alle Leistungsphasen, als Gesamtpaket oder einzeln.
Vom ersten Konzept bis zum laufenden Netz: alles aus einer Hand.
Wärmenetze sind das Rückgrat der Wärmewende und Schwerpunkt unserer langjährige Expertise. Ob ein neues Nahwärmenetz für ein Quartier, die Transformation eines Bestandsnetzes oder die zugehörige Heizzentrale: Wir decken alle drei Planungsfelder ab und verbinden sie zu einem durchgängigen Projekt.
Bei uns greifen Konzeptstudie, Netzplanung und Energiezentrale ineinander: Die Annahmen der Machbarkeitsstudie fließen direkt in die hydraulische Netzberechnung und die Auslegung der Erzeuger ein. Die Planung erfolgt bei uns aus einer Hand, wodurch Reibungsverluste zwischen verschiedenen Büros vermieden werden. Alle Leistungen bieten wir über die HOAI-Leistungsphasen 1–8 an.
Klassische Fernwärme
70–130 °CNiedertemperaturnetz
30–70 °CKalte Nahwärme
10–25 °CKonzeptstudien für Wärmenetze
Ob Neubau eines Wärmenetzes oder zukunftsgerichtete Transformation eines Bestandsnetzes: Wir erarbeiten belastbare Entscheidungsgrundlagen gemäß den Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Unsere Analyse umfasst eine Reihe von Schritten, von der technisch-wirtschaftlichen Variantenanalyse der Erzeugungsoptionen über die Ermittlung der Wärmegestehungskosten bis hin zur Wirtschaftlichkeitsrechnung. So wissen Sie bereits vor der ersten Investition, ob und wie sich Ihr Netz rechnet und können die richtige Entscheidung treffen.
Damit der Vergleich nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis besteht, simulieren wir die Konzeptvarianten von Anfang an dynamisch. Verschiedene Kombinationen aus Erzeugern und Speichern werden Stunde für Stunde über ein komplettes Jahr durchgerechnet. Das Ergebnis ist ein präziser Wirtschaftlichkeitsvergleich unter realen Bedingungen und eine erste Dimensionierung aller Komponenten, lange bevor die Detailplanung beginnt.
BEW-Machbarkeitsstudie (Modul 1)
BEW-Transformationsplan (Modul 1)
Wärmenetzausbau- und Dekarbonisierungsfahrplan (§ 32 WPG)
Bis zu 50 % gefördert: Machbarkeitsstudien und Transformationspläne werden über die BEW bezuschusst.
Der Schlüssel zur Umsetzungsförderung: Die Studie ist zugleich Voraussetzung für die Investitionsförderung von 40 % auf die spätere Umsetzung. Ohne BEW-Studie gibt es diesen entscheidenden Zuschuss nicht.
Fördermittelberatung: Wir beraten Sie zur gesamten Förderkulisse rund um Ihr Wärmenetz, inklusive der Abgrenzung zu anderen Förderprogrammen wie EEG oder KWKG. Dabei übernehmen wir die Erstellung der Förderanträge inklusive aller technischen Begleitdokumente für Konzeptstudien und Planung (Modul 1) sowie für Investition und Umsetzung (Modul 2).
Planung von Fernwärme- und Nahwärmenetzen
Wir planen Fernwärme- und Nahwärmenetze über alle Leistungsphasen: Vom ersten Trassenkonzept über die hydraulische Netzberechnung bis zur Bauleitung. Auch Ausbau, Verdichtung und Sanierung bestehender Netze gehören zu unserem Alltag.
Für belastbare Ergebnisse setzen wir auf detaillierte thermische und hydraulische Netzsimulation, Rohrstatik und GIS-gestützte Planung. Vermessung und Geoinformatik kommen dabei aus dem eigenen Haus.
Planung von Energiezentralen
Wir planen Heiz- und Energiezentralen für Wärmenetze, Quartiere und Gebäudenetze, technologieoffen und auf Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme.
Schon in der Konzeptphase simulieren wir Erzeugermix und Speicher dynamisch. So ist die Zentrale von Anfang an richtig dimensioniert. MSR- und Leittechnik inklusive Schaltschränken sowie die Elektroplanung kommen aus dem eigenen Haus, ohne Schnittstellenverluste zwischen den Gewerken.
Ihr Wärmenetz: von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme
Wir begleiten Ihr Projekt durchgängig, von der Analyse bis zur fertigen Anlage oder steigen dort ein, wo Sie uns brauchen.
Erstgespräch
Konzeptstudie
Planung & Genehmigung
Ausführung & Vergabe
Bau & Inbetriebnahme
Ausgewählte Wärmenetz-Referenzen
© EnBW
Anschlussleitung an ein Tiefengeothermie-Heizwerk
© Bavaria Luftbild Verlags GmbH
Wärmenetz Wörth am Rhein
© MVV Energie
Fernwärme für die MVV-Netze GmbH
© EVO AG
Haupt- und Transportleitung Offenbach
Häufige Fragen zu Wärmenetzen
Welche Fördermittel gibt es für Wärmenetze?add
Zentral ist die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW): Machbarkeitsstudien und Transformationspläne werden mit bis zu 50 Prozent bezuschusst, für Neubau und Transformation von Netzen gibt es Investitions- und Betriebskostenförderung. Dazu kommen je nach Projekt EEG, KWKG, BEG, EEW, KfW-Programme und Landesförderungen.
Wir beraten Sie gerne zur detaillierten Förderkulisse für Ihr Projekt, erstellen die Antragsunterlagen und begleiten das Verfahren bis zum Bescheid.
Was ist ein Transformationsplan?add
Ein Transformationsplan zeigt, wie ein bestehendes Wärmenetz bis 2045 treibhausgasneutral wird: welche Erzeuger ersetzt werden, welche erneuerbaren Quellen und Abwärmepotenziale eingebunden werden und in welchen Schritten der Umbau erfolgt. Er ist Voraussetzung für die BEW-Investitionsförderung im Bestand und wird selbst gefördert. Nicht zu verwechseln mit dem Wärmenetzausbau- und Dekarbonisierungsfahrplan nach § 32 WPG: Diesen müssen die meisten Netzbetreiber bis Ende 2026 ohnehin vorlegen. Ein Transformationsplan kann diese Pflicht ersetzen. Wir beraten Sie, welcher Weg für Ihr Netz der richtige ist.
Was ist der Unterschied zwischen Fernwärme und Nahwärme?add
Technisch funktionieren beide gleich: Wärme wird zentral erzeugt und über Leitungen zu den Gebäuden gebracht. Fernwärme bezeichnet meist große städtische Netze mit hohen Temperaturen, Nahwärme kleinere Netze für ein Quartier oder eine Gemeinde, oft mit niedrigeren Temperaturen und erneuerbaren Quellen vor Ort. Für Planung und Förderung macht der Name keinen Unterschied.
Was ist kalte Nahwärme – und wann lohnt sie sich?add
Der Name klingt wie ein Widerspruch – kalte Wärme? Tatsächlich fließt in den Leitungen nur kühles Wasser, ungefähr auf dem Temperaturniveau des Erdreichs. Genau das ist der Clou: Weil das Wasser kaum wärmer ist als seine Umgebung, braucht das Netz keine Dämmung und verliert auf dem Weg praktisch keine Energie. Die eigentliche Heizarbeit passiert erst im Gebäude: Dort hebt eine Wärmepumpe die milde Netztemperatur auf das Niveau, das Heizung und Warmwasser brauchen. Das ist besonders effizient, weil sie dabei nicht bei null anfangen muss. Als Quellen eignen sich Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme, und im Sommer läuft das Prinzip rückwärts: Das kühle Netz kann Gebäude direkt kühlen. Besonders attraktiv ist kalte Nahwärme für Neubaugebiete und Quartiere mit gut gedämmten Gebäuden.
Wie läuft ein Wärmenetz-Projekt ab und wie lange dauert es?add
Am Anfang steht die Machbarkeitsstudie oder – bei bestehenden Netzen – der Transformationsplan: Hier wird geklärt, welche Wärmequellen in Frage kommen, was die Wärme kosten wird und ob sich das Netz trägt. Auf dieser Grundlage folgen Förderantrag und Detailplanung: Trassen werden festgelegt, das Netz hydraulisch berechnet, die Energiezentrale ausgelegt und Genehmigungen eingeholt. Danach werden die Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben. Hier entscheidet sich ein großer Teil der Kosten, weshalb wir die Vergabe eng begleiten. Zum Schluss folgen Bau, Montage und Inbetriebnahme, bei denen wir die Qualität auf der Baustelle überwachen. Von der ersten Idee bis zur Wärmelieferung vergehen je nach Größe des Netzes und Genehmigungslage meist zwei bis fünf Jahre. Erste Bauabschnitte können oft früher in Betrieb gehen, sodass die ersten Gebäude schon Wärme beziehen, während weitergebaut wird.
Lohnt sich ein Wärmenetz auch für kleine Kommunen und Quartiere?add
Ja, gerade Nahwärmenetze für einzelne Ortskerne oder Neubaugebiete sind oft wirtschaftlich. Entscheidend sind die Wärmedichte, Ankerkunden wie Schule, Rathaus oder Gewerbe und die verfügbaren Wärmequellen vor Ort. Genau das prüft die geförderte Machbarkeitsstudie, bevor größere Investitionen anstehen. Ein Wärmenetz ist dabei auch ein Angebot an die Anwohner: Statt sich selbst um eine zukunfts- und klimafreundliche Heizung kümmern zu müssen – was mit Sanierung und Heizungstausch schnell teuer wird –, schließen sie sich einfach an. Das ist besonders wertvoll in denkmalgeschützten Ortskernen und überall dort, wo größere Investitionen in die eigene Heiztechnik für die Eigentümer nicht in Frage kommen. Diesen Vorteil kann die Gemeinde mit einem kleinen Wärmenetz für ihre Bürger nutzbar machen. Zur Umsetzung gehört schließlich die Frage, wer das Netz baut und betreibt: die Gemeinde selbst, ein Stadtwerk, eine Genossenschaft oder ein privater Betreiber. Auch beim Betreiberkonzept unterstützen wir Sie selbstverständlich.
Wer kann ein Wärmenetz betreiben – und wie unterstützen Sie dabei?add
Für den Betrieb gibt es mehrere Modelle: das Stadtwerk oder ein Energieversorger, die Gemeinde selbst mit einem Eigenbetrieb oder kommunalen Unternehmen, eine Bürgerenergiegenossenschaft, die Wohnungswirtschaft für ihr Quartier oder ein privater Betreiber, der Bau und Betrieb komplett übernimmt (Contracting). Welches Modell passt, hängt von Projektgröße, Risikobereitschaft und den Strukturen vor Ort ab. Wir unterstützen jeweils individuell: Stadtwerke und Versorger ergänzen wir als technischer Fachplaner, Gemeinden begleiten wir von der Studie über das Betreiberkonzept bis zur Ausschreibung des Betriebs, Genossenschaften geben wir verständliche Entscheidungsgrundlagen für ihre Gremien an die Hand, und für die Wohnungswirtschaft und private Betreiber planen wir belastbar bis zur Übergabe.
Übernehmen Sie auch nur einzelne Leistungsphasen?add
Ja. Wir bieten alle Leistungen über die HOAI-Leistungsphasen 1–8 an, als Gesamtpaket oder einzeln. Ob Sie nur eine Machbarkeitsstudie benötigen, eine Ausführungsplanung auf Basis eines bestehenden Konzepts oder ausschließlich Vergabebegleitung und Bauleitung: Wir steigen dort ein, wo Sie uns brauchen.
Sprechen wir über Ihr Wärmenetz.
Ob Machbarkeitsstudie, Transformationsplan oder Netzausbau: Wir beraten Sie gerne unverbindlich.
